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Neues von der Label-Front - NaTrue künftig ohne Sterne

Es war eine echte Neuerung mit der Absicht, für Verbraucherinnen mehr Klarheit zu schaff en. Ein, zwei oder drei Sterne am Label machen bisher auf zertifi zierten NaTrue-Produkten deutlich, ob es sich um Naturkosmetik, also Kosmetik aus natürlichen Zutaten (ein Stern), Naturkosmetik mit Bio- Anteil (zwei Sterne), oder sozusagen ein komplettes "Bio-Produkt" (drei Sterne) handelte. Das kam nicht an: Immer wieder gab es Kritik, die Dreiteilung sei verwirrend und schwer vermittelbar. Deshalb wird es in Zukunft ein neues NaTrue Zeichen geben. Die unterschiedlichen Qualitätsstufen bleiben erhalten, sollen aber künftig anders kommuniziert werden.

Zentral für die Kommunikation des Naturkosmetik-Siegels soll zukünftig die frisch überarbeitete Website www.natrue.org sein. Sie präsentiert sich als Naturkosmetik-Community mit Twitter- und Facebook-Seite. Alle gelabelten Produkte sollen dort anschaulich vorgestellt werden, Infos zu Zusammensetzung, Anbau, fairem Handel usw. vorhanden sein. Auf der Verpackung neu gelabelter Produkte ermöglichen demnächst so genannte Quick-Response-Codes (QR-Codes) den direkten Zugriff auf Informationen. Mit diesem Code, seinem Smartphone und der entsprechenden App kann der digital bewanderte Verbraucher auf die Website zugreifen. Das neue und das alte NaTrue-Logo werden noch einige Zeit nebeneinander existieren, da bereits gedruckte Verpackungen weiterhin eingesetzt werden dürfen. Neuprodukte sollen bereits das neue Logo tragen. Zu den NaTrue-Gründern und -Mitglieder gehören bekannte Naturkosmetikmarken in Deutschland wie z. B. Wala, Weleda, Lavera, Logona, Sante und Primavera.




Verzichten heißt gewinnen

Ausmisten befreit. Sich trennen von Sammeltassen, von abgelaufenen Konserven, von Zigaretten, sogar von Glaubenssätzen, die zwar nicht unsere Wohnungen oder Arterien verstopfen, dafür aber unsere Köpfe, findet die Hamburger Journalistin Petra Nikisch.



Vor Jahren gab es eine Zeit, da habe ich meinen Terminkalender wie ein Käsekästchenblatt behandelt. Fast stolz markierte ich jede freie Stelle mit einem "Belegt"-Kreuzchen, bis der Tag voll war. Acht Uhr Zahnarzt, neun Uhr Meeting, zehn Uhr Kundenbesuch, zwölf Uhr Mittagessen – und abends, nach der Arbeit, bloß keine Aktivität auslassen: Kino, Weintrinken, Konzert, Freunde treffen… Bis fast die Puste ausging. Notgedrungen musste ich mir wieder Freiräume schaffen, zum Luftschnappen, zum Durchatmen, damit überhaupt ein Gefühl für meine eigenen Bedürfnisse zurückkam. Wie ein sinkendes Schiff befreite ich also meinen Alltag vom Ballast. Mit den Glaubenssätzen fing ich an. "Du bist nur wichtig, wenn du viel schaffst." Weg damit! "Du bist nur wertvoll, wenn du es allen Recht machst." Weg damit! So wie die Glaubenssätze und die vielen fremdbestimmten Termine gingen, kamen die Stunden für Muße und echtes Erleben zurück.

Oft sind es doch nur Gewohnheiten oder Bequemlichkeiten, die uns davon abhalten, bewusst auf unser Leben zu schauen, um die Dinge freizulegen, die wirklich wichtig sind. Wir lassen uns überfluten von Nachrichten und Klatsch oder von neuen Mitteln, die unbedingt gekauft werden müssen, weil sie noch weißer als weiß waschen – bis wir schließlich selbst überlaufen wie eine verstopfte Waschmaschine und uns nur noch nach Ruhe und Klarheit sehnen.

Dann heißt es Loslassen. Verzichten ist die Lösung. Aber Verzicht klingt gleich nach tristen Tagen voller Langeweile. Dabei ist das Weglassen oder Reduzieren nur die eine Seite der Medaille. Wer auf Gehalt verzichtet, gewinnt freie Zeit für seinen Garten, wer aufs Autofahren verzichtet, ist gleich viel gesünder mit dem Rad unterwegs, wer auf Schokolade verzichtet, dem passt der geblümte Sommerrock wieder. Was ist nun schlechter, was ist besser?

Das entscheidet jeder für sich selbst. Und genau das ist der Knackpunkt: Für sich selbst zu entscheiden, ist manchmal gar nicht so leicht. Herausfinden, was man selbst wirklich möchte. Was ist für mich wichtig? Was tut mir gut? Und dann überrascht sein, dass es vielleicht nur ein Tasse Kaffee am Tag ist, statt fünf, dass mir Mecklenburg eigentlich mehr liegt als Melbourne, obwohl die anderen von Fernreisen schwärmen und meinen Heimattick belächeln. Was sie wohl noch nicht wissen: mit kleinem Gepäck reist es sich aufmerksamer und flexibler.
Nicht nur zur Weihnachtszeit.
Mit Bachblüten-Essenzen stressfrei durch den Alltag


Es hat etwas Magisches: Nur wenige Tropfen einer Essenz und brüllende Kinder beruhigen sich, der Prüfungsstoff sitzt wieder, nervöse Redner gehen gefasst aufs Podium und sogar Maria fällt der Krippenspieltext wieder ein...



Für alle Fälle
Kein Wunder, dass sich das "Rescue Remedy", zu deutsch "Rettungsmittel", aus der Bachblüten-Therapie einen festen Platz in der naturheilkundlich orientierten Hausapotheke erobert hat. "Nach Dr. Bach soll die ganzheitliche Methode helfen, in allen erdenklichen Notfällen schnell das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen und so eine wirkungsvolle Unterstützung bei der Bewältigung solcher Situationen zu leisten", sagt Susanne Reinecke, die bei Bio-Hersteller FITNE das Bachblüten-Sortiment betreut.

Das Einsatzspektrum der Notfall-Komposition ist fast unerschöpflich. Ein Notfall im Sinne des Dr. Bachs kann ein Unfall sein, bei dem die Bachblüten die medizinische Versorgung ergänzen können, ein unerfreulicher Brief, ein Missgeschick oder eine hässliche Auseinandersetzung. Auch bei Ängsten hat sich die "Rettungs-Kombi" bewährt und kann (am besten vorbeugend!) z.B. unterstützend bei Flugangst, Angst vor dem Zahnarzt und Prüfungsstress eingesetzt werden.

Blüten für die Seele
Der britische Arzt Dr. Edward Bach fand die nach ihm benannten Blüten in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Er war überzeugt davon, dass körperliche Störungen Ausdruck eines seelischen Ungleichgewichts seien. Würden negative Gemütszustände beseitigt, würde sich auch physisches Wohlbefinden einstellen. Er beschrieb 38 dieser negativen Zustände, u. a. Angst, Misstrauen, Mutlosigkeit und ordnete ihnen mit Hilfe seiner Intuition jeweils bestimmte Blüten und Bäume zu. Seiner Meinung nach wirken die in diesen 38 Pflanzen gespeicherten "Schwingungen" ausgleichend.

Um die Energien aufzufangen und zu konservieren, legte Bach die Blüten für einige Stunden in natürliches Quellwasser und stellte sie in die Sonne. Holziges Material oder die Pflanzen, die in sonnenarmen Monaten blühen, wurden gekocht. Anschließend konservierte er die gewonnenen Essenzen mit Alkohol. Fünf seiner 38 spezifischen Einzel-Essenzen kombinierte Bach dann zu seinem "Rescue Remedy", dem bekanntesten Bachblütenmittel für Notfälle.

Ursprünglich werden die Essenzen in Tropffläschchen, so genannten Stockbottles, angeboten und zur Einnahme mit Wasser verdünnt. In Notfällen, wo schnelle Reaktion gefragt ist, ist das oft zu kompliziert. Deshalb wird Bachs Notfall-Mischung mittlerweile auch anwendungsfreundlich als Bonbon, Dragee oder Mundspray angeboten.

Die Bachblütenessenzen wirken feinstofflich auf Körper und Geist und sind mit wissenschaftlichen Methoden nicht messbar. Deshalb stehen Schulmediziner Dr. Bachs Methode bisher skeptisch gegenüber. Die praktische Erfahrung von Heilpraktikern, Alternativ-Medizinern und vielen Menschen, die die Wirkung der sanften Blüten an sich selbst erlebt haben, spricht aber ganz klar für sich.



Bewährte Kombinationen
Neben der von Dr. Bach persönlich entwickelten Notfall-Mischung gibt es 38 Einzel-Essenzen. Aus ihnen lassen sich entsprechende Mischungen, die genau der jeweiligen persönlichen Situation angepasst sind, zusammenstellen. Ähnlich wie bei den Komplexmitteln in der Homöopathie haben sich aber auch in der Bachblüten-Praxis ganz bestimmte Zusammenstellungen z. B. bei Stress und Ruhelosigkeit oder Müdigkeit und Schlappheit als hilfreich im Alltag erwiesen.

Bachblüten können ergänzend zu schulmedizinischen oder alternativen Therapien angewendet werden. Besonders gut ergänzen sich Bachblüten mit den feinen Düften ätherischer Öle, die auch als "Seele der Pflanze" bezeichnet werden.

Gute Kombi: Bachblüten und Naturkosmetik
Deshalb werden Bachblüten immer häufiger mit edlen Pflanzendüften in hochwertiger Naturkosmetik kombiniert, zum Beispiel als Körperöl, Badesalz, oder sogar Parfüm. "Über Kosmetik werden verschiedenste Sinne angesprochen: Die Kombination von einem warmen Bad in schöner Atmosphäre, Blütenblättern, die auf dem Badewasser schwimmen, Atlantik-Meersalz, das Urlaubs-Feeling spendet, aromatherapeutisch ausgesuchten Düften und einer abgestimmten Bachblüten-Kombination kann eine wirkungsvolle Unterstützung bieten, wenn es darum geht, das Wohlbefinden schnell wiederherzustellen", weiß Susanne Reinecke. Für die Festtage ist ihr heißer Tipp die FITNE Vitality-Mischung: "Wenn es am Abend mit Freunden spät geworden ist und am nächsten Vormittag schon wieder ein Familientermin ansteht, dann gönne ich mir morgens eine Massage mit Vitality-Körperöl zum Munterwerden."

Bioboom-Tipp: Bachblüten aus Bio-Anbau für Notfälle, für Kraft & Konzentration oder zum Entspannen finden Sie in Ihrem Bio-Laden. Auch prima zum Verschenken!



Interview
"Anti-Aging ist Pflege für die Seele"


Naturkosmetik gibt der Haut Hilfe zur Selbsthilfe

Bioboom Interview mit der Kosmetikerin und Visagistin Marion Benedetti über die besten Strategien für zeitlos schöne Ausstrahlung



(BB) Ist es nicht ein ganz normaler biologischer Vorgang, dass die Haut altert? Kann man das mit Creme wirklich beeinflussen?

(MB) Es gibt Erkenntnisse darüber, dass wir für unser Aussehen, also auch den Zustand unserer Haut, immerhin zu 40% selbst verantwortlich sind. Das bedeutet, wenn wir die Haut in ihrer Vitalität und Gesunderhaltung möglichst optimal unterstützen, dann werden wir das in späteren Jahren deutlich sehen. Dazu gehört nicht nur die Gesichtspflege, sondern natürlich auch eine vitalstoffreiche Ernährung, sorgfältiger Schutz vor UV-Strahlung usw.

(BB) Wann soll man denn anfangen, Anti-Aging Produkte zu benutzen?

(MB) Systematische Hautpflege ist bereits bei Teenagern sinnvoll. Ab Mitte zwanzig, spätestens mit Anfang dreißig darf es dann auch schon mal ein Anti-Aging-Produkt sein.

(BB) Ist das nicht furchtbar früh? Mit Mitte zwanzig hat doch noch kein Mensch Falten!

(MB) Nein, aber die Haut verändert sich bereits in diesem Alter nachweislich. Dazu kommt noch etwas anderes: Ich habe in meiner Praxis immer wieder festgestellt, dass der Alltag der meisten Menschen sich in den letzten Jahren verändert hat. Gerade um die dreißig sind viele in einer Lebensphase mit Beruf und Familie, in der sie extrem gefordert sind und vielen Anforderungen gerecht werden müssen. Das macht sich im Gesicht bemerkbar. Hautirritationen sind ganz klar auf dem Vormarsch! Wer sich regelmäßige, hochwertige Pflege gönnt, der erhält nicht nur die vitale Ausstrahlung der Haut, sondern pflegt den ganzen Menschen. Entspannungs- und Regenerationsrituale sind ganz wichtig, um Ermüdungserscheinungen auszugleichen. Gerade Naturkosmetik bietet ideale Möglichkeiten, der Haut Ruhe, Entspannung und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

(BB) Was ist denn bei naturkosmetischen Anti-Aging Produkten anders als bei konventionellen?

(MB) Die Hochwertigkeit und Reinheit der Inhaltsstoffe. Dass Naturkosmetik frei von Stoffen ist, die die Haut belasten, ist selbstverständlich. Statt dessen kann sie aus der ganzen Fülle der Pflanzenwelt schöpfen, von heimischen Heilpflanzen bis zu Extrakten aus dem tropischen Regenwald. In den letzten Jahren gab es immer wieder begeisternde Innovationen, sei es die indische Myrrhe oder das Bio-Coffein, das die Haut wirklich regelrecht aufmuntert. Die Wirkstoffe konventioneller Kosmetik werden oft im Labor entwickelt, die liegen dann auf der Haut und die Haut kann vielleicht gar nichts damit anfangen, sie wird überfordert.

(BB) Und bei Naturkosmetik passiert das nicht?

(MB) Wir sind Wesen aus der Natur und brauchen die Natur für unser Wohlbefinden, das ist meine persönliche Überzeugung. Naturkosmetik, mit ihren reinen Extrakten und Wirkstoffen gibt der Haut die Impulse, die sie wirklich aufnehmen kann. Die Haut wird nicht überfüttert oder überfordert, sondern wird unterstützt, sich selbst zu helfen.

(BB) Mittlerweile gibt es auch in der Naturkosmetik eine Vielfalt von Anti-Aging Produkten. Wie finde ich die Serie, die für mich geeignet ist?

(MB) Es ist natürlich ein Unterschied, ob Sie dreißig sind und das erste zarte Knitterfältchen entdecken oder fünfundfünfzig und eine intensive Rundum-Pflege für Ihre anspruchsvolle Haut suchen. Mein wichtigster Tipp: Genau hinschauen! Die Haut ist ein ganz sensibles Organ und zeigt mit Spannungen, Rötungen und Gereiztheit deutlich, wie es ihr geht. Man sagt, dass sich die Haut alle zehn Jahre massiv verändert, ganz andere Bedürfnisse zeigt. Auch je nach Jahreszeit braucht die Haut unterschiedliche Pflege. Das sieht man, das spürt man und darauf sollte man bewusst Rücksicht nehmen. Stellen Sie sich Fragen: Wie ist meine Haut? Wie sieht sie aus? Wie fühlt sie sich an? Wie geht es ihr? Seien Sie aufmerksam sich selbst gegenüber. Das geht über Kosmetik weit hinaus, hin zu der Frage, wie gehe ich überhaupt mit mir um. Die Haut ist der Spiegel der Seele!



(BB) Und wenn ich meine "Hausaufgaben" gemacht habe?

(MB) Mit diesen " Ausgangsdaten" suchen Sie am besten einen Bio-Laden, Bio-Supermarkt oder ein Reformhaus mit einer guten Kosmetikabteilung auf, bringen ein bisschen Zeit mit und lassen sich in Ruhe beraten. Von Spontankäufen kann ich nur abraten!

(BB) Ist Beratung wirklich nötig?

(MB) Viele Frauen wissen gar nicht wirklich, was sie für einen Hauttyp haben. Selbst wenn Sie wissen, dass Sie z. B. eine sensible oder eine Mischhaut haben: Auch eine Mischhaut kann empfindlich sein, eine sensible Haut kann eine leichte oder eine reichhaltige Pflege brauchen. Vieles, was als Unverträglichkeit wahrgenommen wird, erklärt sich daraus, dass das Produkt einfach nicht zur Hautsituation passt.

(BB) Wie wichtig ist das Ausprobieren?

(MB) Sehr wichtig. Mit Proben, wie die meisten Hersteller sie anbieten, oder Testern am Regal stellen Sie fest, ob Ihnen Duft, Konsistenz und Einziehverhalten gefallen. Ein Produkt, dass sie nicht mögen, wird auch Ihrer Haut nicht gut tun.

(BB) Wie schnell kann ich erkennen, ob eine neue Pflege etwas bringt?

(MB) Ob die Haut sich gut anfühlt, das merken Sie relativ schnell. Aber um festzustellen, ob sie wirklich erholter und vitaler wirkt, dazu braucht es circa dreißig Tage Zeit, denn so lange dauert ein Erneuerungszyklus der Haut.

(BB) Von der Pflege zum Styling. Sie arbeiten auch als Visagistin. Was sind Ihre wichtigsten Tipps für ein Make-up, das mit der Zeit geht?

(MB) Zwei Tipps: Spezielle Anti-Aging Make-ups sind gut, da sie die Haut zusätzlich mit Wirkstoffen versorgen. Sie verteilen sich besonders zart, ohne dass sich Pigmente in Fältchen legen. Von Lidschatten mit hohem Glimmeranteil rate ich ab, sie neigen dazu, sich abzusetzen. Ansonsten: Das Schöne am &Mac195;Ñlterwerden ist ja, dass man immer weniger guten Rat von anderen braucht! Erlaubt ist, was gefällt. Zur naturkosmetischen Philosophie gehört es, die Persönlichkeit und Ausstrahlung zu betonen – und das ist genau das, was Frauen in jedem Alter schön macht.



Update Naturkosmetik: Sonnenschutz

Wie wichtig er ist. Wie er funktioniert. Was sich durch die neuen EU-Richtlinien ändert. Und warum einige Naturkosmetik-Firmen keine Sonnencreme mehr anbieten wollen.

Dass es wichtig ist, Sonne nur geschützt zu genießen, dürfte sich herumgesprochen haben. Schmerzhafte Sonnenbrände, vorzeitige Hautalterung oder gar Hautkrebs möchte schließlich niemand in Kauf nehmen. Trotzdem sorgt das Thema Sonnenschutz jedes Jahr wieder für Diskussionsstoff. Unterschiedliche Schutzfaktoren, Messmethoden, Testergebnisse und Empfehlungen: Worauf müssen wir denn jetzt achten?



Schutz vor kurz- und langwelligen UV-Strahlen
Der Lichtschutzfaktor (LSF), der auf jedem Sonnenschutz-Produkt steht, gibt an, wie hoch der Schutz vor dem UVB-Spektrum ist. Das ist der Teil des Sonnenlichts, der für Sonnenbrand und eventuellen späteren Hautkrebs „sorgt“. Wer zum Beispiel einen Sonnenschutz mit dem Lichtschutzfaktor 20 benutzt, verlängert die Zeit, die er in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen (die so genannte Eigenschutzzeit der Haut) um das Zwanzigfache. Aber auch der Teil des Sonnenlichts, der als UVA-Strahlung bezeichnet wird, ist nicht ohne: Die langwelligeren UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein. Sie schädigen die Elastizität der Hautfasern und ihr Vermögen, Feuchtigkeit zu binden. Die Folge ist vorzeitige Hautalterung.

EU-Richtlinie soll Verbraucher schützen
2006 verabschiedete die EU Empfehlungen zur „Wirksamkeit und Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln“. Ab diesem Sommer sollen sie umgesetzt werden. Das Ziel: Für die Verbraucher EU-weit Klarheit und Transparenz zu schaffen. Das betrifft zum Beispiel Deklarationsvorschriften. Angaben wie „100% Schutz“ oder „Sun Blocker“ soll es nicht mehr geben, da sie einen Komplettschutz vorgaukeln könnten. Produkte, deren Lichtschutzfaktor unter LSF 6 liegt, sollen gar nicht mehr als Sonnenschutz verkauft werden. Ein vereinfachtes Deklarationssystem soll die Auswahl für Verbraucher erleichtern. Es besteht aus vier Kategorien: „Basis“ mit einem LSF zwischen 6 und 10, „Mittel“ mit LSF 10, 15 und 20, „Hoch“ mit LSF 30 und 50 und „Sehr Hoch“, d. h. LSF 50+.

Mehr Schutz vor UVA-Strahlung
Eine weitere Neuerung: Der UVA-Schutz soll mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen. Denn, so argumentiert die EU-Kommission, je länger ein mit Sonnenschutz versehener Mensch in der Sonne bleibe, desto stärker sinke der UVA-Schutz im Verhältnis zum UVB-Schutz. Besonders macht sich das bei hohen Lichtschutzfaktoren bemerkbar. Bisher wurde der UVA-Schutz nach dem so genannten aus?tralischen Standard bestimmt. Nach diesem sollten pauschal 90% der UVA-Strahlung abgehalten werden. Aus Sicht des Verbraucherschutzes hört sich das erstmal gut an. Für Naturkosmetik-Verwender und Hersteller von naturkosmetischem Sonnenschutz haben diese Empfehlungen zur so genannten UVA-Balance Folgen. Denn mit mineralischen Pigmenten, wie sie in der Naturkosmetik eingesetzt werden, ist es schwierig, den neuen Anforderungen gerecht zu werden.



Chemisch oder mineralisch?
Um kosmetischen Lichtschutz möglich zu machen, gibt es zwei unterschiedliche Wirkprinzipien: Chemische Lichtschutzfilter und Lichtschutz durch natürliche Mineralien.

Chemische Lichtschutzfilter sind bei konventioneller Sonnenkosmetik Mittel der Wahl. Es handelt sich um Sub?stanzen, die in die oberste Hautschicht eindringen und dort die einfallende UV-Strahlung in Wärme umwandeln. Chemische Filtersubstanzen entfalten ihre Wirkung erst nach ca. zwanzig Minuten, müssen also immer rechtzeitig aufgetragen werden.

Etliche der chemischen UV-Filter stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken, in den Organismus eindringen zu können, sich in der Muttermilch anzureichern oder Allergien auslösen zu können. Um den nach den neuen Empfehlungen geforderte UVA-Schutz von einem Drittel zu erreichen, müssen die konventionellen Hersteller nur ihre Mixtur chemischer Filter entsprechend anpassen.

Der Lichtschutz durch natürliche Mineralien funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip: Winzige Mineral?partikel, z. B. Zink- oder Titandioxid, legen sich als schützende Schicht auf die Haut und reflektieren das Sonnenlicht wie ein Spiegel. Das ist gut verträglich. Praktisch: Der mineralische Lichtschutz ist unmittelbar nach dem Auftragen voll wirksam. Kein Wunder, dass Naturkosmetik auf dieses ebenso einfache, wie geniale Prinzip setzt. Allerdings: Nur mit mineralischen Lichtschutz anwendungsfreundliche Produkte mit hohen Faktoren herzustellen, die den neuen Anforderungen an UVASchutz gerecht werden, ist für die Produktentwickler extrem aufwändig. Die Folge: Das Angebot an Sonnenschutz mit dem Prädikat „Kontrollierte Naturkosmetik“ schrumpft. Mit Ende letzten Jahres stellte Weleda das gesamte Sonnenschutzprogramm ein, zum Juni dieses Jahres folgt Dr. Hauschka.

Naturkosmetik-Hersteller reagieren
Die Sun-Produkte von Lavera erfüllen nach eigener Auskunft bereits die Anforderungen der EU-Richtlinie an den UVA-Schutz. „Ein besonderes Herstellungsverfahren und langjährige Forschung machen es möglich, eine Sonnenschutzfilterformel herzustellen, die den neuen Testmethoden entspricht, die von der EU empfohlen werden“, sagt Laverana-Sprecherin Sabine Kästner. Bei Sante-Naturkosmetik wird das Soleil-Sortiment derzeit überprüft. Entwicklungsleiter Heinz-Jürgen Weiland sieht die Anforderungen der EU-Richtlinie kritisch.

„Die Sante Soleil-Produkt absorbieren nach dem bisher üblichen australischen Standard gemessen mindestens 95% der UVA-Strahlung. Es geht nicht darum, dass UVA-Schutz nicht sinnvoll ist, sondern um methodische Mängel der jetzt geforderten Methode.“ Die Sante-Produkte werden daher in dieser Saison noch einmal unverändert angeboten.



Gute Argumente für mineralischen Lichtschutz
Konventioneller Sonnenschutz kann nicht nur umstrittene synthetische UV-Filter enthalten. Auch halogenorganische Verbindungen und allergisierende Duftstoffe sowie Erdölderivate kommen relativ häufig vor – in zertifizierter Naturkosmetik sind sie dagegen streng verboten.

In naturkosmetischen Sonnenschutzprodukten werden mineralische Lichtschutzfilter mit pflegenden pflanzlichen Ölen, feuchtigkeitsspendenden Extrakten kombiniert. Das ist nicht nur gut verträglich, sondern tut der sonnenstrapazierten Haut richtig gut.

Nach den neuen Empfehlungen der EU liegen die verbliebenen naturkosmetischen Sonnenschutzprodukte meist im Bereich „mittlerer Schutz“. Für die meisten Situationen in Alltag und Freizeit dürfte das nach Experten-Einschätzung vollkommen ausreichen. Gute Gründe, auch in Zukunft auf naturkosmetischen Sonnenschutz zu setzen.

www.lavera.de
www.sante.de


Mode wird Bio

Qualitäts-Zeichen für Naturtextilien am Start

Immer mehr Mode-Anbieter werben mit Bio- und Natur-Labeln. Meist handelt es sich dabei um Textilien, die zwar aus Bio-Baumwolle bestehen, ansonsten aber mit den üblichen Textilchemikalien gefertigt wurden. Oder es wurde lediglich das fertige Kleidungsstück auf Schadstoffe geprüft, ohne dass dabei der Herstellungsprozess untersucht und berücksichtigt wurde.



Das neue Label G.O.T.S. (Global Organic Textile Standard) soll jetzt umwelt- und sozialverträglich erzeugte Mode und Textilien kennzeichnen und den gesamten Herstellungsprozess vom Anbau bis zur Verpackung umfassen.

Verbraucher können sicher sein, dass ein Kleidungsstück mit G.O.T.S.-Label überwiegend aus natürlichen Bio-Fasern wie Baumwolle, Wolle, Seide, Hanf oder Leinen besteht. Bei der Verarbeitung der Fasern kommen lediglich Farben, Ausrüstungsmittel und Hilfsmittel zur Anwendung, die keine Umwelt- oder Gesundheitsgefährdung mit sich bringen. Das G.O.T.S. Label steht auch für eine sozialverträgliche Produktion in den Erzeugerländern – gerade bei Kleidung ist das leider noch lange keine Selbstverständlichkeit.



Das G.O.T.S. Label gibt es in zwei Abstufungen: Was mit dem Hinweis "ökologisch" oder "ökologisch in Umstellung" beworben wird, muss zu mindestens 95% aus Bio-Fasern bestehen. Die "kleine" Variante informiert mit der Angabe "x% kbA/KbT" über den Anteil von Bio-Fasern. Mindestens 70% sind gefordert. Die Einhaltung der Kriterien wird regelmäßig überprüft.

Das neue, internationale Label löst den nationalen Vorgänger "Naturtextil – IVN better" ab. Das Siegel "Naturtextil – IVN best", das für den maximalen derzeit realisierbaren Standard steht, darf beibehalten werden. Über 1.000 Betriebe wurden bereits nach G.O.T.S.-Standard inspiziert und zertifiziert z. B. Hess-Natur und Maas, aber auch Unternehmen wie H&M, C&A oder Levis zeigen sich interessiert.

www.naturtextil.com

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Aufschlussreich: CO2-Rechner im Internet
Berechnen Sie ihren persönlichen CO2-Ausstoß

Vor der erfolgreichen Veränderung steht meist erst mal eine Ist-Analyse. So auch im Privathaushalt, der seinen CO2-Ausstoß mindern möchte. CO2-Rechner, von denen es im Internet immer mehr gibt, berechnen anhand Ihrer Angaben genau, wieviel Treibhausgase ausgestoßen werden.


www.uba.klima-aktiv.de

Die Unterschiede können je nach Lebensgewohnheiten beträchtlich sein.
Die Bioboom-Redaktion benutzte den Rechner des Umweltbundesamtes, um den CO2-Ausstoß von zwei fiktiven Kleinfamilien zu berechnen.

Familie A lebt in einem Einfamilienhaus mit Ölheizung, fährt zwei Autos und ernährt sich fleischlastig von konventionellen Produkten. CO2-Bilanz: 50,81 Tonnen.

Familie B lebt in einer geräumigen Etagenwohnung mit Gasheizung, hat ein Auto, isst ein bis zweimal in der Woche Fleisch und kauft fast ausschließlich Bio ein. CO2-Bilanz: 27,4 Tonnen.

Der Unterschied zwischen Familie A und Familie B beträgt satte 23,77 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr. Durchschnittswert einer dreiköpfigen Familie: 33 Tonnen.

Allein dadurch, dass Bio-Lebensmittel eingekauft werden und die Fleischmahlzeiten auf zwei Mal in der Woche reduziert werden, kann eine Tonne CO2 eingespart werden.

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